In der grenzüberschreitenden Agrobusiness-Region Rhein-Maas gesünder leben, gut arbeiten und erfolgreich wirtschaften

Die Niederrheiner profitieren von einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der wichtigen Branche der Region, dem Agrobusiness. Davon ist Christan Wagner, Vorsitzender von Agrobusiness Niederrhein und Bürgermeister von Nettetal überzeugt und er denkt dabei nicht nur an die Unternehmen, sondern an alle Menschen, die hier leben. „Deshalb suchen wir zusammen mit Unternehmern und Institutionen von Limburg und Gelderland nach konkrete Themen, die Synergien für beide Seiten generieren und gemeinsam bearbeitet werden sollen. Wir wollen die Agropole-Region schaffen, eine Region, deren Wirtschaftskraft auf der Agrobusiness-Branche basiert.“

Im Rahmen des Deutsch-Niederländischen Projekts „Auf dem Weg zum Agropole“ hatte Agrobusiness Niederrhein zusammen mit seinen niederländischen Partnern Greenport Venlo und Greenport Gelderland zu einem Workshop nach Venlo eingeladen. Es ging um Trends in der Ernährung und bei Blumen und Pflanzen und die Chancen daraus für die Branche.

Leon Weijs von der Fontys International Business School aus Venlo beschrieb in seinem Vortrag die Ansprüche, die Menschen an die Ernährung haben. Sie soll nicht nur gesund, sondern auch geschmackvoll, einfach zuzubereiten und sicher sein. Der Anspruch an die Sicherheit zieht den Anspruch nach Transparenz in der Wertschöpfungskette nach sich. Seine zentrale Aussage: „Die Wertschöpfungskette muss neu gedacht werden. Sie beginnt nicht wie in traditioneller Weise beim Zulieferer sondern beim Kunden. Die Akteure der Kette müssen den Kunden noch stärker in den Mittelpunkt ihres Handels stellen und sich als Dienstleister ihrer Kunden verstehen“ fügt er hinzu.

Auch Frank Teuber, vom Blumenbüro Holland, stellt den Kunden in den Mittelpunkt wenn es um die Entwicklung in der Zierpflanzen- und Baumschulbranche geht. Er sieht noch große Potentiale in neuen Angeboten für die Kunden, denn „Wir wissen gar nicht, was in den Köpfen der Konsumenten vor sich geht. Wir glauben sie zu kenne, tun wir aber nicht“, sagt Frank Teuber. Die Akteure der Wertschöpfungskette müssen neue Wege gehen. Die heutige Jugend und die nächste Generation nehmen Informationen vorwiegend über den Bildschirm auf, darauf muss sich die Kommunikation ausrichten. Neue Lebensstile brauchen neue Antworten wenn es um Blumen und Pflanzen geht. Seine Beispiele waren innovativ und reichten von Männerpflanzen bis zu hoch modernen, stylischen „Schrebergärten“ in der Mitte von Berlin.

Nachdem die Referenten den Weg der Trends in der Blumenbranche und in der Ernährung aufgezeigt hatten, gingen die Teilnehmer an die Arbeit. Ihre Aufgabe war es, Handlungsspielräume zu erarbeiten, die sich aus den Trends ergeben. Sieben Projektthemen wurden in kleinen Gruppen bearbeitet. Dazu gehörte z.B. das Thema Regionale Produkte, Wertschätzung von Grün in den Städten oder gläserne Wertschöpfungskette. Es wurden Visionen entwickelt und diese den Realitäten gegenüber gestellt.

In der Gruppe „Positionierung der grenzüberschreitenden Region als Agropole – die Region als Marke“ war die Vision klar: Ist das Ziel erreicht, hat sich die grenzüberschreitende Region als Innovationsregion für das Agrobusiness etabliert. Der Branche geht es gut, denn man ist den Zeitgeist voraus, setzte auf Qualität und die Produkte finden überregional reißenden Absatz. Wohnen in der Region ist begehrt, denn man identifiziert sich mit seiner Region und genießt die gesunden, regionalen Produkte. Sprachbarrieren gibt es nicht mehr und man liebt die Vielfalt, die die grenzüberschreitende Region zu bieten hat. Unternehmen und Hochschulen sind überzeugt, dass die Entwicklung von neuen und besseren Produkte durch den grenzüberschreitenden Austausch und die Zusammenarbeit gefördert wird.

Der Weg dorthin ist nur in kleinen Schritten zu nehmen und basiert immer wieder auf der Begegnung von Menschen. Noch gilt es, viele Schwierigkeiten auf dem Weg zur Agropoleregion zu überwinden. Schwierig ist die Einbindung der Unternehmen. Der starke Wettbewerbsdruck lässt vielen Unternehmern wenig Zeit für den Austausch und der Beschäftigung mit Themen aus Entwicklung und Forschung. „Unser Weg ist ein Weg für die Branche und die Region. Wir wissen um diese Schwierigkeiten der Unternehmen und freuen uns deshalb, wenn sich Unternehmern durch ihre Mitgliedschaft zu den Zielen von Agrobusiness Niederrhein e.V. bekennen“, sagt Christian Wagner.