Agrobusiness Niederrhein besucht Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort

Als Projekt der NASA begonnen, sind Lebensmitteldrucker inzwischen bei vielen Firmen in der Entwicklung oder bereits im Einsatz. Das Konzept ist ähnlich wie bei herkömmlichen Tintenstrahldruckern. Anstatt Tinte, wird bei Lebensmitteldruckern Lebensmittel zugegeben, die verschiedentlich kombiniert, angeordnet und designt werden können. Zum Einsatz kommen pastöse Zutaten wie zerkleinerte Erbsen, Käse, Hummus, Teig oder Marzipan. Wie ein Marzipan-Weihnachtsmann im 3D-Druck entsteht, dass konnten die Teilnehmer des Innovationsforums, zu dem Agrobusiness Niederrhein eingeladen hatte, live erleben.

Die unterschiedlichsten Einsatzbereiche werden im größten FabLab (Fabrication Laboratory) Westeuropas auf über 600 m², der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort, erforscht.

Mit Food-Printing können inzwischen Bilder mit Schokolade und Kakaopulver auf Torten gedruckt werden. Auch können Formen für die Lebensmittelproduktion variabel, schnell und preiswert durch 3D-Druck gestaltet werden. Mögliche Einsatzbereiche könnten sich im medizinischen Bereich ergeben. Bei Krankheiten mit Schluckproblemen könnte personalisierte, angepasste Nahrung mit den jeweils benötigten Inhaltsstoffen und Menge in Krankenhäusern und Pflegeheimen gedruckt werden. Ein weiterer Bereich ist die Züchtung von Stammzellen im Labor. So könnte in Zukunft bei schweren Verletzung fehlende Hautstellen gescannt und ein passgenauer Nachdruck mit lebendigen Zellmaterial gezüchtet werden.

„Dabei entwickeln sich die Einsatzmöglichkeiten von 3D-Druckern rasant“, so Marc Kohlen, Mitarbeiter der Hochschule Rhein-Waal. Verschiedene 3D-Drucker stehen im FabLab der Hochschule in Kamp-Lintfort für innovative Entwicklungen und Forschungen der Studenten bereit. „Das FabLab“, so Kohlen weiter, „ist aber auch für alle offen. Unternehmer, Handwerker, interessierte Bürger können nach einer technischen Einweisung Drucker und Scanner nutzen. Und für Schüler ab 12 Jahren werden Workshops zum 3D-Druck angeboten.“

Einen Raum schaffen zum Experimentieren, um Erfahrungen und Ideen mit anderen auszutauschen, als interkulturelle Begegnungsstätte für technische und gesellschaftliche Innovationen im Bereich Landwirtschaft und Gartenbau und Agrobusiness, das ist die Idee der Hochschule Rhein-Waal, wenn es um das „Green FabLab“ geht, dass zur Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort entstehen soll. Dabei organisiert und begleitet die Hochschule Rhein-Waal mit einem Team aus Mitarbeitern und Dozenten Workshops für die Ideenfindung und Gestaltung des „Green FabLabs“. „Transfer, Partizipation und Schulung sind hier wichtige Bausteine, die wir gerne mit und für interessierte Bürger während der Landesgartenschau erlebbar machen möchten“, so Prof Dr. Rolf Becker von der Hochschule Rhein-Waal.

Claudia Wendt, Innovationsmittlerin bei Agrobusiness Niederrhein kann sich bereits Anwendungsmöglichkeiten vorstellen: „Themen, die dem Verbraucher die Landwirtschaft und den Gartenbau vermitteln, aber auch zeigen wie innovativ und nachhaltig die Branche ist.“

Daneben könnten Techniken für Windmodule im Bereich erneuerbare Energien erklärt und weiter entwickelt werden sowie Versuchsfelder für den Bereich Monitoring. „Die Gestaltungsmöglichkeiten für die Landesgartenschau sind vielfältig und Ideen können jederzeit noch eingebracht werden. Dass möchten wir mit unserem Innovationsforum bei der Hochschule Rhein-Waal aufzeigen.“ sagt Claudia Wendt. „Das Konzept einer offenen Hochschule mit Experimentierräumen wie im 3D-Kompetenzzentrum für den grünen Bereich wäre sicher ein innovativer Baustein für eine erfolgreiche Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort“, fügt sie hinzu. Agrobusiness Niederrhein e.V. wird diese Entwicklung begleiten.

 

 

 

 

 

v.l.n.r.: Claudia Wendt, Mark Kohlen, Prof. Dr. Rolf Becker
Foto: Agrobusiness Niederrhein e.V.