Nach mehr als drei intensiven Projektjahren nähert sich das Interreg-Projekt Agropole Innovates seinem Abschluss. Beim abschließenden Partnertreffen Ende April kamen die Projektpartner auf dem Brightlands Campus in Venlo zusammen, um die zentralen Ergebnisse zu präsentieren, kritisch zu reflektieren und die Zukunft der Agrar- und Lebensmittelbranche in der deutsch-niederländischen Grenzregion zu diskutieren.
Im Mittelpunkt des Treffens standen die vier Innovationsprojekte Benefits of Frass, Pro Healthy Tree, Digital Talking Tree und Pig Data. Sie zeigen beispielhaft, wie datenbasierte, biologische und digitale Ansätze zu mehr Nachhaltigkeit, Effizienz sowie zur Stärkung der Tier‑ und Pflanzengesundheit beitragen können.
Kritischer Blick auf Insektenfrass als Dünger
Im Projekt Benefits of Frass lag der Fokus auf der Analyse von Frass, einem Reststoff der Insektenproduktion, der aus Chitin, Futterresten und dem Kot der Insekten besteht. Dabei wurde insbesondere der Frass aus der Produktion der Schwarzen Soldatenfliege betrachtet. Die Ergebnisse zeigen einige Herausforderungen für die Vermarktung von Frass als Bodenverbesserer: Nährstoffgehalte wie Magnesium, Kupfer, Mangan oder Eisen variieren stark – abhängig vom eingesetzten Futtermittel und Insektenart. Zudem wurde deutlich, dass ein hoher Gesamtstickstoffgehalt nicht automatisch bedeutet, dass dieser auch pflanzenverfügbar ist. Eine hohe Freisetzung von Ammoniak aus dem Frass kann sogar toxisch wirken und die Keimung von Pflanzen hemmen.
Die Hochschule positioniert sich hier bewusst als kritische Instanz und warnt davor, Frass auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse und der schwankenden Qualität pauschal als guten Dünger zu vermarkten. Gleichzeitig wurden neue Anwendungsideen diskutiert, etwa der Einsatz im Baumschulbereich zur Unkrautunterdrückung bei gleichzeitiger Langzeitdüngung. Erste praktische Versuche wurden hierfür in Aussicht gestellt.
Gesündere Bäume durch nachhaltigen Pflanzenschutz
Das Projekt Pro Healthy Tree zeigt eindrucksvoll, dass biologische Behandlungsstrategien für bestimmte Baumarten und Krankheiten mit klassischen chemischen Verfahren mithalten können – und dabei deutlich schonender für Baum und Umwelt sind. Über mehrere Jahre hinweg wurde nachgewiesen, dass Mittel, die im biologischen Anbau zugelassen sind, bei der Mehltaubekämpfung an Quercus und Amelanchier eine vergleichbare Wirksamkeit erzielen wie chemische Standardmaßnahmen.
Ein großer Vorteil der im biologischen Anbau zugelassenen Mittel war die deutlich gesündere Haptik der Bäume. Chemisch behandelte Amelanchier waren zwar ebenfalls frei von Mehltau, zeigten jedoch häufig ein langsameres Wachstum und frühzeitig gelbe Blattverfärbungen. Als besonders vielversprechend erwies sich zudem der Einsatz rein pflanzlicher Aminosäuren, die bei präziser, wetterabhängiger Anwendung sehr gute Ergebnisse bei der Bekämpfung von Blattflecken an Tilia lieferten. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass sich der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel deutlich reduzieren und teilweise sogar ganz vermeiden lässt.
Darüber hinaus wurde im Projekt eine geeignete Vorgehensweise für den Eichenborkenkäfer entwickelt und erprobt. Zwar konnte bislang noch keine vollständig praktikable Bekämpfungsstrategie abgeleitet werden, die gewonnenen Erkenntnisse liefern jedoch eine wertvolle Grundlage für weiterführende Forschungsarbeiten.
Wenn Bäume „sprechen“ – digitale Sensortechnik im Einsatz
Im Innovationsprojekt Digital Talking Tree wurde untersucht, wie Bäume mithilfe moderner Sensorik noch besser verstanden werden können. Dendrometer, Saftflusssensoren und weitere Messsysteme lieferten kontinuierlich Daten zu Wachstum, Wasserhaushalt sowie zu Faktoren, die Stress oder Gesundheit der Bäume digital sichtbar machen.
Diese Informationen wurden in einem Dashboard aufbereitet und mit Sensor- und Wetterdaten sowie dem sichtbaren Krankheitsverlauf an den Bäumen zu einem Prognosemodell verknüpft. So lassen sich Risiken wie Trockenstress oder Krankheitsdruck frühzeitig erkennen und präventiv behandeln, statt erst bei sichtbaren Schäden zu reagieren. Das Prognosemodell wird aktuell getestet, mit dem Ziel, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln durch frühzeitige Prävention langfristig weiter zu reduzieren.
Datenbasierte Lösungen für Tierwohl und Effizienz
Im Innovationsprojekt Pig Data wurde deutlich, wie digitale Technologien zu mehr Tierwohl,
einer verbesserten Klimakontrolle und effizienteren Abläufen in der Schweinehaltung beitragen können. Mithilfe von Sensorik und dem sogenannten Health System werden umfangreiche Daten zu Wachstum, Stallklima, Emissionen und Transportbedingungen erfasst und ausgewertet.
Ziel ist es, durch ein umfassendes Tracking möglichst viele relevante Daten zu erfassen. Auf dieser Grundlage lassen sich Informationen ableiten, die frühzeitig Maßnahmen zur Verbesserung der Tiergesundheit ermöglichen. Ein zentrales Ziel ist ein möglichst gleichmäßiges Wachstum der Tiere sowie die Vermeidung schwacher Ferkel bei der Geburt. Große Gewichtsunterschiede innerhalb einer Bucht führen zu Stress bei den Tieren und erschweren betriebliche Abläufe.
Durch die Rückverfolgbarkeit der Genetik einzelner Schweine und die gezielte Zusammenführung geeigneter Elterntiere können die Geburtsgewichte der Ferkel stärker angeglichen und damit eine größere Einheitlichkeit innerhalb eines Wurfes erreicht werden. Ein digitaler Zwilling ermöglicht zudem Prognosen zur Tierentwicklung und unterstützt Zucht- und Managemententscheidungen. Auch regulatorische Anforderungen, etwa zur Temperaturüberwachung beim Transport, lassen sich durch das digitale System zuverlässig erfüllen und dokumentieren.
Ausblick:
Gemeinsamer Projektabschluss am 16.06.2026
Das letzte Partnertreffen machte deutlich, wie wertvoll der offene Austausch zwischen den Projektpartnern über Ländergrenzen hinweg war und welche wertvollen Ergebnisse durch den Input aller Partner gewonnen werden konnten. Agropole Innovates hat wichtige Impulse für nachhaltige Innovationen in der Agrarbranche gesetzt und gleichzeitig gezeigt, dass Innovation auch kritische Bewertung und realistische Einordnung erfordert.
Feierlicher Projektabschluss:
Am Dienstag, 16. Juni 2026, von 14:00 bis 18:00 Uhr, findet die offizielle Abschlussveranstaltung auf dem Brightlands Campus Greenport Venlo statt. Dort werden die Projektergebnisse präsentiert, diskutiert und in den Kontext zukünftiger Entwicklungen eingeordnet.
Weitere Informationen und Anmeldung:
https://www.agrobusiness-niederrhein.de/events/event?id=125
https://share-eu1.hsforms.com/1Orobg2VUQC6jx9sTumeDLQ46m9q

Finanzierung des Projekts Agropole Innovates
Das Projekt Agropole Innovates hat noch eine Laufzeit bis einschließlich August 2026 und wird neben den Eigenanteilen der Projektpartner im Rahmen des Interreg VI-Programms Deutschland-Nederland durchgeführt und mit 2,025 Mio. Euro durch die Europäische Union, das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW (MWIKE NRW), das Niedersächsische Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung (MB Niedersachsen), das niederländische Wirtschaftsministerium (EZK) sowie die Provinz Limburg mitfinanziert.

Agropole Innovates: projectpartners ronden drie jaar grensoverstijgende innovatie af
Na ruim drie intensieve jaren nadert het Interreg-project Agropole Innovates zijn einde. Tijdens de afsluitende partnerbijeenkomst eind april op Brightlands Campus Greenport Venlo blikten de projectpartners terug op de behaalde resultaten en bespraken zij de toekomst van de agrofoodsector in de Duits-Nederlandse grensregio.
Centraal stonden de vier innovatieprojecten Benefits of Frass, Pro Healthy Tree, Digital Talking Tree en Pig Data. Deze projecten tonen aan hoe data, biologische methodes en digitale technologiëen bijdragen kunnen aan meer duurzaamheid, een hogere efficiëntie en een verbeterde dier- en plantgezondheid.
Insectenfrass als meststof
Binnen het project Benefits of Frass is onderzoek gedaan naar frass, een restproduct uit de insectenteelt dat bestaat uit chitine, voederresten en de insectenuitwerpselen. De focus lag op frass afkomstig van zwarte soldaatvliegen. Uit het onderzoek blijkt dat het vermarkten van frass als bodemverbeteraar diverse uitdagingen kent. De nutriëntensamenstelling, denk hierbij aan magnesium, koper, mangaan of ijzer, varieert sterk en is afhankelijk van zowel het gebruikte voer als de insectensoort. Daarnaast staat een hoog totaal stikstofgehalte niet automatisch gelijk aan goede opname door planten. Een hoge ammoniakuitstoot kan zelfs toxisch werken en een remmend effect hebben op de kieming van planten.
Op basis van de huidige inzichten adviseren de onderzoekers terughoudendheid bij het vermarkten van frass als meststof. Tegelijkertijd worden alternatieve toepassingen verkend, zoals gebruik in boomkwekerijen voor gecombineerde onkruidbestrijding en langdurige bemesting. Eerste praktijkproeven worden voorbereid.
Biologische gewasbescherming als volwaardig alternatief
In het project Pro Healthy Tree is aangetoond dat biologische behandelingsstrategieën voor bepaalde boomsoorten en ziekten kunnen concurreren met chemische middelen. Deze biologische middelen zijn milieuvriendelijker voor boom en milieu. Bij de aanpak van meeldauw bij Quercus en Amelanchier werd een vergelijkbaar effect gemerkt.
Opvallend is dat biologisch behandelde bomen vaak vitaler oogden. Chemisch behandelde exemplaren waren weliswaar vrij van meeldauw, maar vertoonden vaak groeivertraging en bladverkleuring. Ook plantaardige aminozuren tonen potentie, met name bij een nauwkeurige, weersafhankelijke toepassing tegen bladvlekkenziekte bij Tilia.
Uit de resultaten blijkt dat het gebruik van chemische gewasbescherming aanzienlijk kan worden verminderd, en in sommige gevallen volledig kan worden vervangen. Daarnaast is in dit project onderzoek gedaan naar de bestrijding van schorskevers bij eiken. Hoewel er nog geen volledig uitvoerbare bestrijdingsstrategie kon worden ontwikkeld, bieden de resultaten waardevolle aanknopingspunten voor vervolgonderzoek.
Als bomen ‘spreken’: digitale sensortechnologie in de praktijk
Binnen het innovatieproject Digital Talking Tree is onderzocht hoe sensortechnologie kan bijdragen aan beter inzicht in boomgezondheid. Met behulp van onder meer dendrometers en sapstroomsensoren zijn continu gegevens verzameld over groei, waterhuishouding en stressfactoren.
Deze data werden geïntegreerd in een dashboard en gekoppeld aan weergegevens en visuele waarnemingen, wat heeft geleid tot de ontwikkeling van een prognosemodel. Daarmee kunnen risico’s zoals droogtestress en ziektedruk vroegtijdig worden gesignaleerd en preventief worden aangepakt. Het prognosemodel wordt momenteel getest en heeft als doel het gebruik van gewasbeschermingsmiddelen verder terug te dringen.
Digitale innovaties voor meer dierenwelzijn
In het innovatieproject Pig Data is aangetoond hoe digitalisering kan bijdragen aan dierenwelzijn, efficiënter management en betere klimaatomstandigheden in de varkenshouderij. Via sensoren en het zogenoemde Health System worden gegevens verzameld over groei, stalklimaat, emissies en transport.
Door uitgebreide data-analyse kunnen afwijkingen vroegtijdig worden gesignaleerd, waardoor tijdig ingrijpen mogelijk is. Belangrijke doelstellingen zijn een gelijkmatige groei en het voorkomen van zwakke biggen. Grote gewichtsverschillen binnen een hok leiden tot stress bij de dieren en bemoeilijken de bedrijfsvoering. Door genetische gegevens beter te benutten en fokdieren gerichter te combineren, kan de uniformiteit binnen worpen worden vergroot.
Daarnaast maakt een digitale tweeling het mogelijk om groeiprognoses op te stellen en fok- en managementbeslissingen te ondersteunen. Het systeem helpt bovendien bij naleving en documentatie van wettelijke eisen, zoals temperatuurbewaking tijdens het transport.
Sterke samenwerking als basis voor innovatie
De afsluitende bijeenkomst onderstreepte de meerwaarde van grensoverstijgende samenwerking. Dankzij intensieve kennisuitwisseling tussen Nederlandse en Duitse partners zijn concrete en toepasbare innovaties ontwikkeld. Uit het project Agropole Innovates blijkt technologische vooruitgang hand in hand moet gaan met kritische evaluatie en praktische toepasbaarheid binnen de sector.
Feestelijke afsluiting van het project:
Op dinsdag 16 juni 2026 vindt van 14.00 tot 18.00 uur de officiële slotbijeenkomst plaats op Brightlands Campus Greenport Venlo. Tijdens deze bijeenkomst worden de projectresultaten gepresenteerd en wordt vooruitgekeken naar toekomstige ontwikkelingen.
Meer informatie en aanmelden:
https://www.agrobusiness-niederrhein.de/events/event?id=125
https://share-eu1.hsforms.com/1Orobg2VUQC6jx9sTumeDLQ46m9q
Het project Agropole Innovates
Het project wordt uitgevoerd in het kader van het Interreg VI-programma Deutschland-Nederland en met 2,025 miljoen euro medegefinancierd door de Europese Unie, het Ministerie van Economische Zaken, de Provincie Limburg en de Duitse ministeries MWIKE NRW en MB Niedersachsen.