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René Coonen; Foto: Coonen
Unternehmen aus der Grenzregion stellen sich vor

Baumschule Coonen

René Coonen ist 49 Jahre alt und führt gemeinsam mit seinem älteren Bruder Richard Coonen die Baumschule Coonen in Baarlo in den Niederlanden. Vor über 60 Jahren wurde sie von seinen Eltern gegründet. Heute produziert der Betrieb an zwei Standorten über 800 verschiedene Sorten Ziersträucher. Neben dem Betrieb in Baarlo gibt es einen weiteren Standort im Nachbarort Kessel. Knapp 20 Hektar umfasst der gesamte Betrieb – teils unter Folie oder Glas, teils Freiland. Im Laufe der Zeit ist der Betrieb gewachsen.

Heute werden ganzjährig 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Davon arbeiten sieben Mitarbeiterinnen in Teilzeit. Samstags und in den Schulferien arbeiten zusätzlich ungefähr 35 junge Schülerinnen und Schüler aus der Umgebung im Betrieb, die sich Geld dazu verdienen möchten. Für die Vermehrungsarbeiten im Sommer kommen außerdem noch sieben bis acht ausländische Mitarbeiterinnen für wenige Wochen hinzu. Die Aushilfskräfte sorgen dafür, dass die Arbeitsbelastung für Festangestellte in den Sommermonaten nicht höher ist als im Rest des Jahres. „Wir können unseren festangestellten Mitarbeitern sehr geregelte Arbeitszeiten und ganzjährig eine gleichbleibende Arbeitsbelastung bieten. Überstunden sind bei uns unüblich“, berichtet Coonen und ergänzt: „Ein weiterer Vorteil ist, dass viele Arbeiten auch in den Gewächshäusern und Folientunneln anfallen, sodass unsere Mitarbeiter nicht gezwungen sind, bei Wind und Wetter draußen arbeiten zu müssen. Das macht die Arbeit attraktiver.“

Produkte und Absatzkanäle

Ein wichtiges Aufgabenfeld in der Baumschule Coonen ist die Vermehrung von Pflanzen. Über 80 Prozent der Vermehrung findet im eigenen Betrieb statt. Später werden die Pflanzen in 2, 3 oder 5 Liter Töpfen vermarktet. Der Großteil, rund 60 Prozent, wird exportiert. Neben Belgien, England, Frankreich und Deutschland sind auch Italien, Spanien und einige weitere europäische Länder wichtige Abnehmer. Hier hat im Jahr 2020 der Brexit zu einigen Besonderheiten geführt. Aus Angst vor zukünftigen Zöllen wurden noch einmal größere Bestellungen getätigt. Zwar haben England und die EU sich letztendlich geeinigt, dass für Waren wie die Pflanzen von Coonen keine Zölle anfallen, jedoch hat der Brexit zu einigen Mehrkosten in der Administration geführt. „Wir beobachten, dass Kunden daher tendenziell größere Bestellungen oder auch Sammelbestellungen aufgeben, um die Mehrkosten auf möglichst viel Ware umlegen zu können“, erzählt Coonen.

Neben den Exporten bleiben 40 Prozent der produzierten Ware in den Niederlanden. 30 Prozent der Produktion geht in den Garten- und Landschaftsbau. Weitere 30 Prozent werden über Gartencenter an Endverbraucher verkauft. 40 Prozent der Pflanzen werden von Unternehmen gekauft, die sie selber zur Marktreife bringen.  

Fortschritte in der Pflanzenzüchtung führen zu mehr Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit spielt auch für Baumschulen eine wichtige Rolle. In der Branche hat sich in den letzten Jahren vieles getan, um die Pflanzen robuster und widerstandsfähiger zu züchten, damit der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zunehmend reduziert werden kann. „Heute wird auf eine ganz andere Weise auf die Wurzeln geschaut. Wir schenken ihnen viel mehr Aufmerksamkeit, weil wir gelernt haben, dass gesunde und starke Wurzeln Voraussetzung für gesunde und robuste Pflanzen sind“, so Coonen.

Erfolgreiches Marketing und gutes Fachpersonal

Zwei Herausforderungen nennt Coonen, die in seinem Betrieb eine besondere Bedeutung haben: Marketing und Personal. Es ist wichtig, immer im Gespräch mit Kunden zu bleiben und nach weiteren Absatzmöglichkeiten bzw. neuen Kunden und Pflanzen Ausschau zu halten. „Im Gegensatz zu vielen landwirtschaftlichen Betrieben haben wir den Vorteil, dass wir unsere Ware mit unserem Namen versehen können. So fällt es leichter, einer Pflanze ein bestimmtes Image zu geben bzw. zu erreichen, dass Kunden mit einer bestimmten Pflanze eine bestimmte Qualität verbinden.“ Aktuell hat die Baumschule Coonen ca. 300 Kunden. 30 Prozent der Kunden generieren 80 Prozent des gesamten Umsatzes.

Gutes Fachpersonal zu gewinnen ist eine weitere Herausforderung für den Betrieb. „Bei uns muss niemand im Regen arbeiten und die Arbeitszeiten sind auch sehr geregelt. Das sind schon Vorteile gegenüber manch anderen Berufen in der Grünen Branche“, sagt Coonen. „Die Tatsache, dass viele unserer Aushilfskräfte im Frühjahr und Sommer jedes Jahr wiederkommen, zeigt auch, dass die Arbeit bei uns im Betrieb Spaß macht“, fügt er hinzu. Des Weiteren wird laut Coonen die Mechanisierung stets wichtiger für den Betrieb.

Netzwerken und persönliche Weiterentwicklung

Für Coonen spielt das Netzwerken und die persönliche Weiterentwicklung eine wichtige Rolle. Als Vorsitzender im „Boomteelt Studieclub Horst a/d Maas“ und Vorstandsmitglied des Unternehmensverbands „The Green Connection“ zeigt er Engagement für das Netzwerken unter Berufskollegen. „Die Anzahl der Baumschulen nimmt ab, auch in anderen europäischen Ländern. Untereinander sind wir sehr gut vernetzt, sodass man sich kennt und austauscht“, erzählt Coonen. Zur Weiterbildung über den persönlichen Austauschen kommen noch Fachzeitschriften, Newsletter, Websites von anderen Unternehmen, Institutionen und Verbänden sowie soziale Medien hinzu, über die Coonen sich zu Neuheiten und Entwicklungen informiert. „LinkedIn ist in letzter Zeit als Informationsquelle immer wichtiger geworden.“

Mit Herzblut bei der Arbeit

Für René Coonen ist die Vermehrung von Pflanzen eine große Leidenschaft. „Es macht Spaß, mit einem großen Team so viele verschiedene Pflanzen zu produzieren. Die Vermehrung kostet viel Zeit und Energie, aber es ist einfach toll!“, schwärmt er von seinem Beruf. Besonders viel Energie zieht er aus den Momenten, wenn durch Mund-zu-Mund-Propaganda neue Kunden gewonnen werden. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn Kunden uns weiterempfehlen.“

 

Dieser Bericht wurde im Rahmen des Agropole-Projekts geschrieben. Das Agropole-Projekt wird innerhalb des INTERREG-Programms Deutschland-Niederland durchgeführt und durch die Europäische Union, das MWIDE NRW und die Provinz Limburg gefördert.

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